20 November 2006

Freaks!

Nur ganz kurz, wenn das bei mir ueberhaupt moeglich ist...
Ich werde jetzt versuchen, soviel und soweit das machbar ist, Zeit in dieser Gemeinde und mit den Studenten zu verbringen. D.h. fast jeden Freitag dort zum Input gehen und ab und zu auch mal zu den Sonntagsgottesdiensten. Ansonsten sind schon Videoabende und aehnliches geplant. Das wird also meine soziale Verbindung zur Aussenwelt hier hauptsaechlich sein.
Es sind wirklich solche Freaks dabei wie bei uns. Was rede ich da, ich bin ja selbst manchmal sehr komisch. Aber wie sagt man immer: Ist komisch, aber nuetzt ja nichts!"
Jedenfalls hat man mit ihnen echt Spass.

Sprachlos?!

Eigentlich hatte ich noch nicht vor krank zu werden, ich dachte im Januar oder Februar ist die richtige Zeit dafuer, da man eh nicht mehr so viel machen kann und sich die winterdepressive Stimmung nun ganz innerlich ausgebreitet hat.
Aber nun haben die Viren doch schon meinen Koerper eingenommen und meine Abwehrsysteme ueberlistet, obwohl ich doch immer fleissig mein Obst und Gemuese jeden Tag aufgegessen habe.
Es ist auch sehr komisch, denn generell habe ich den Hang zum Krankwerden nur in der Ferienzeit, sehr sinnvoll uebrigens fuer strebsame Leute wie ich es einmal war, damit ich auch waehrend der Schulzeit nicht fehlte und das Unterrichtsgeschehen gespannt mitverfolgen konnte.
Zurueck zum Thema. Jedenfalls machten sich erste Symptome am Freitag bemerkbar, es fing an mit einem leichten Kratzen und steigerte sich dann bis in den Abend hinein auf das Maximum des “Es hoert sich schon krank an”. Freundlicherweise bekam ich auch gleich Hustenbonbons angeboten, ich griff natuerlich richtig zu, denn wer weiss, wie lang der Abend noch wird und der Heimweg ist ja auch nicht einer der kuerzesten. –Schon wieder einmal Geld gespart.- Ich bin schon ein kleine Sparmaus hier geworden! Nein, wenn es um H&M geht, schmeiss ich meine Sparvorsaetze ueber den Haufen und shoppe, shoppe und shoppe. Aber wo war ich eigentlich?
Ach ja ich wollte doch noch die Gesellschaft zwischen all den Studenten geniessen, bevor mich die Bahn zwung nach Hause zu gehen bzw. zu fahren. Ansonsten waere ich natuerlich bis in die fruehen Morgenstunden geblieben. Leider konnte ich das dann doch nicht meiner schon jetzt wehleidig anhoerenden Stimme zumuten und war gegen 1 im Bett.
Jedenfalls ging es Freitagabend noch. Als ich dann am Samstagmorgen schon gegen 6:40 wieder meine Aueglein aufmachte, spuerte ich ein komisches Gefuehl in meinem Hals. Und beim Guten-Morgen-Sagen merkte ich ploetzlich, dass meine Stimme ganz tief und rauh klingt wie beim Wolf und den sieben Geislein, nur dass ich nur 2 davon zu Hause habe. Leider hatten wir auch keine Kreide zur Verfuegung, sonst haette ich auch das ausprobiert.
Spaeter fuhr ich zu einem Frauenseminar mit ein paar Studentinnen und da war es dann voellig um meine doch so reizend klingende Stimme geschehen. Ich konnte teilweise nur noch piepsen und das war schon sehr anstrengend.
So verbrachten wir den Nachmittag mit Hustenbonbons kaufen und Windowshopping. Ich habe es aber doch nicht nur beim Schauen belassen, sondern mir doch ein Buch gekauft. Ist aber paedagogisch sehr sinnvoll, mehr oder weniger...
Gestern waere ich froh gewesen, wenn ich noch piepsen gekonnt haette. Mein einzigstes Kommunikationsmittel war dann doch nur ein klaegliches und kaum funktionierendes Hauchen.
Der Witz an der ganzen Sache ist, dass ich mich rundum total gesund fuehle, bis auf das Versagen meiner Stimme. Das haette ich mir in meiner 12-jaehrigen Schulkarriere gewuenscht, aber doch nicht jetzt!
Naja, ich ruh mich dann noch ein bisschen aus und gebe meinen Antikoerpern die Chance, dass was sie jetzt verbockt haben wieder gut zu machen. “Wenn man nicht alles alleine macht, funktioniert in dem ganzen Haushalt hier garnichts”, wuerde jetzt meine Mutti sagen. Mutti, ich stimme dir diesbezueglich echt zu!!! Aber die sollen die Suppe ruhig mal alleine ausloeffeln, diesmal ich bin nicht so sozial und helfen meinen Antikoerpern wie sonst immer.

Thanksgiving party

Am Freitag war ich mal wieder in dieser Studentengemeinde –leider wieder einmal viel zu spaet-. Das hatte natuerlich auch so seine Gruende. Wie eine Woche zuvor angekuendigt, fand danach eine kleine Thanksgivingparty statt. Da ich natuerlich meine “Kuchen-back-ambitionen” nicht ganz unterdruecken konnte, so sehr ich es dennoch auch versuchte, entstand als Endprodukt typisch deutsch, eine Schwarzwaelder Kirschtorte -ohne Kirschwasser-!!!
Alle Muehe wert, machte ich mich auf den Weg sie hoffentlich doch heil und unversehrt ins Ziel zubringen trotz Transportes via Bahn.
So lohnte es sich doch zu warten bis sich die Zahl der in die Bahn einsteigenden Personen etwas gesenkt hat, dachte ich mir. Falsch gedacht…
So stieg ich recht besorgt um meinen Kuchen in die Bahn und fand einen schoenen Einzelplatz am Fenster. Dankbar, ueber diese so stabile und super funktionierende Kuchenschachtel, wartete ich bis ich endlich wieder aussteigen konnte. Die Kuchenschachel ist natuerlich nur so super toll, weil sie von Tupperware ist. Sogar die Amis haben Tupperwareparties!!! Man staune…
Es wurde immer netter in der Bahn, weil natuerlich immer mehr Leute zusteigen mussten. Unter ihnen auch eine nette Frau, die manchmal sehr offentsichtlich auf meine Kuchenschachtel starrte. Ich muss dazu sagen, dass man den Kuchen nicht sehen konnte. Aber ich denke, sehr viele haben sich doch ausgemalt, was fuer eine Art Kuchen doch unter dieser grossen Haube steckt.
Kuchen wurde von mir heil und unversehrt am Zielort abgeliefert und wartete nur darauf gegessen zu warden. Diese kleine und gemuetliche Party fand in einen Herrenwg statt. Erstaunlicherweise dachte man, es handelt sich um das Gegenteil –eine reine Frauenwg- weil alles so ordentlich und sauber war. Unglaublich!!!
Nun ja, wie uebersetzt man Schwarzwaelder Kirschtorte? Ich habe es dann mit Black Forest Cherry Tart probiert. Egal, ob sie mich verstanden haben, es hat ihnen recht gut geschmeckt. Ich habe auch das erste Mal Apple Cider, so was aehnliches wie heisser Apfelsaft mit Geuwerzen und Pumpkin Pie (Kuerbiskuchen) probiert. Das letztere hat wie Babybrei geschmeckt, nie wieder!!!! Apple Cider hingegen kommt unserem Gluehwein gleich, von der Tradition her, nicht vom Geschmack.
Ich habe dann auch versucht das traditonelle “Spitze bzw. Doppelspitze”-Zeichen einzufuehren, ich hoffe, es wird in den Wortschatz der Studenten aufgenommen.
Ich hab dann auf dem Heimweg die Frau, die auf meinen Kuchen gestarrt hat, wieder getroffen. Und sie fragte mich, wie die Party war. Das war wieder ein Zeichen ein nettes Gespraech anzufangen.
Wenn ich das so betrachte, dann rede ich in der letzten Zeit ganz schoen viel mit wildfremden Leuten, aber es macht ja auch tierisch Spass.

03 November 2006

Tim Hughes

Tim Hughes ist ein ganz bekannter Songwriter, Saenger und Komponist -jedenfalls in den USA, England und Australien-. Er kommt urspruenglich aus England, hab ich mir sagen lassen und hat mit 19 Jahren angefangen.
Ich war am Mittwoch auf einem "Konzert" von ihm. Eigentlich umrahmte er mit seinen Lobpreisliedern die Predigt. Es fand im Boston College statt und es waren auch fast nur Studenten da, ausser ein paar Aelteren mit Kindern und Au Pairs z.B. ich.
Ich wurde von den Leuten der Studentengemeinde eingeladen. Es war echt schoen. Wem der Name Tim Hughes nichts sagt und nur ein Zusammenziehen der oberen Gesichtsfalten bewirkt, vielleicht kennt ihr ja die Songs: "Here I am to worship" oder "Blessed be your name". Viele von euch haben die Songs doch schon mehr als nur einmal gehoert. Da bin ich mir ziemlich sicher. ;-)))
Der Prediger war auch Englaender und hatte einen spitzen Humor. Ab und zu hab ich zwar nicht mitgekriegt, warum die anderen gelacht haben, aber das war gluecklicherweise nicht zu oft.
Ein Foto konnte ich auch mit Tim Hughes ergattern. Kommt demnaechst auf die Seite.
Nach diesem rockigen und sehr entspannten Abend, wurde mir auch die Studentenwg von Alyssa (von der Studentenjg) gezeigt. Dort sassen wir auch noch bissl. Dann musste ich aber auch los. Ich wurde noch netterweiese zum naechsten "T"stop gebracht und auf dem Weg hab ich "Hecking" erklaert. Macht das mal auf English, ist garnicht so einfach. Aber die hat sich fast weggeschmissen, besonders als ich ihr noch die Story mit dem Wechselgeld erzaehlt habe.
Na dann bin ich in die Bahn eingestiegen und da stand ein Typ mit einem Boston Celtics sleeve less shirt. Eigentlich waren es zwei. -Nicht shirts, sondern Jungs-
Jedenfalls hab ich ihn einfach angeredet mit meiner charmanten Art, die ihr ja alle kennt ;-))) und ihn gefragt, ob die Celtics heut gespielt haben, ob sie gewonnen haben etc. -sie haben leider verloren- und so sind wir ins Gespraech gekommen. Er ist gerade mit seinem Studium fertig geworden und jetzt weiss ich auch was auf Spanisch "wie geht's?" heisst. Auch dieser "AMI" konnte wieder mindestens ein Wort Deutsch. Es ist echt unglaublich, wie viele mindestens ein Wort auf Deutsch koennen, jedesmal bleibt mir die Spucke weg.
Ich geniesse es sehr hier, einfach die Leute auf der Strasse, in der Bahn oder sonst irgendwo anzusprechen und mit ihnen ins Gespraech zu kommen. Denn ich rede ja gern und viel. In Deutschland wuerde man dich nur komisch angucken.

02 November 2006

Peinliches?!

Am Montag wollte ich mit Sarah (meinen Gastkind) ins New England Aquarium nahe dem Bostoner Hafen gehen. Dazu mussten wir aber mit der Bahn fahren, wozu ich noch Kleingeld brauchte. Also ging ich in ein Eisgeschaeft.
Ich muss es teils auf Englisch erzaehlen, damit man es besser versteht. Aber ich denke, das schafft jeder von euch.
So bin ich nun in das Geschaeft reingegangen und fragte ganz hoeflich die Verkaeuferin, die hinterm Tresen stand:"Can you change me?" Ich muss dazu sagen, dass es eine 1:1 Uebersetzung ins Englische war.
Denn im Deutschen wuerde man sagen: "Koennen sie mir wechseln?"
Aber im Englischen nicht. Die Frau guckte mich ganz komisch und sagte nur: "Only God can change you!"
Das war mir so peinlich und aber letztendlich hab ich doch mein Wechselgeld gekriegt. Jedenfalls weiss ich jetzt, wie ich das das naechste Mal sage.

Trick-or-Treating

Am 31.Oktober war bei euch Reformationstag und bei uns Halloween. Die Dekoration stand ungefaehr schon drei Wochen vorher und jedes Kind freute sich so sehr auf den Tag. Ich war einfach nur froh, wenn das Gruseln und Gespenstern im TV ein Ende hatte. Doch dann hab ich mich doch vom Halloweenfieber anstecken lassen. Als es dann soweit war, jeder in seinem Kostuem mehr oder weniger steckte, gingen wir nach einer Pizzaorgie doch trick-or-treaten.
Ich wollte mich am Anfang eigentlich nicht verkleiden, aber dann hab ich mich doch hinreissen lassen. Und war in schwarz gekleidet, hatte eine schwarze Langhaarperuecke und bissl Schminke im Gesicht.
So wanderten wir von Haus zu Haus und sammmelten eher die Kinder Suessigkeiten, die sie passend zu Halloween in Kuerbiseimer steckten.
Es war echt schoen draussen, sehr warm und angenehm, so dass das Rumherlaufen noch mehr Spass machte.
Ansonsten hat mich das Ganze ehrlich gesagt nicht vom Hocker gehauen. Es ist halt nur fuer die Kinder besonders. Und es wird nur so viel Aufruh drum gemacht, damit man insgesamt mehr Umsatz machen kann.
Aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert.